Meine Freiheit - die Bi-Sexualität

"Besser bi als nie" oder "ein bisschen bi schadet nie" lauten die gängigen Scherze zum Thema Bisexualität. Und ich muss sagen, vor allem dem zweiten kann ich als bisexuelle Frau voll zustimmen!



Die Entdeckung der Sexualität


Ich wusste immer, dass ich anders war. Ich konnte es nicht genau benennen, aber ich wusste, dass ich nicht zu den anderen Kindern in der Schule passte. Denn ich fühlte mich immer sowohl zu Jungen als auch zu Mädchen hingezogen, aber ich habe nie wirklich mit jemandem darüber gesprochen. Erst als ich in die Pubertät kam, begann ich wirklich zu verstehen, was es bedeutet, bisexuell zu sein.

Da wurde mir klar, dass ich mich zu beiden Geschlechtern hingezogen fühle. Ich fing an, alle Mädchen in meiner Klasse zu bemerken und wie sie aussahen. Ich fing auch an, mehr auf die Jungen zu achten und darauf, wie sie mit den Mädchen umgingen. Mir wurde klar, dass ich beide Geschlechter mochte und mich nicht für das eine oder das andere entscheiden musste.


Das war eine große Erkenntnis für mich. Ich hatte schon immer das Gefühl, dass ich anders bin, aber ich habe nie wirklich verstanden, warum. Jetzt, da ich wusste, dass ich bisexuell bin, hatte ich das Gefühl, dass die Bezeichnung zu mir passt. Ich fing an mich online auf Plattformen wie Viamor.de, mit Menschen denen es genauso geht wie mir, auszutauschen. Es war befreiend zu wissen, dass ich nicht allein war und dass es andere wie mich da draußen gab.


Seitdem bin ich viel offener mit meiner Sexualität umgegangen. Ich habe mich mit 18 meiner Familie und meinen Freunden gegenüber geoutet und ich fühle mich jetzt wohl in meiner Haut. Ich bin stolz darauf, eine bisexuelle Frau zu sein, und ich hoffe, dass mehr Menschen lernen, sich so zu akzeptieren, wie sie sind.



Anfeindungen und Akzeptanz


Zum Glück habe ich im Laufe der Zeit sowohl in der Hetero als auch in der LGBTQ-Gemeinschaft Akzeptanz gefunden. Ich habe auch die Kraft in mir selbst gefunden, offen und ehrlich über meine Sexualität zu sprechen.


Es gab jedoch auch Zeiten, in denen ich wegen meiner Bisexualität angefeindet wurde. Mir wurde gesagt, ich sei "gierig", ich sei "verwirrt" und ich versuche "nur, anders zu sein". Man hat mir auch gesagt, dass ich "nicht wirklich schwul" oder "nicht wirklich hetero" bin.


Diese Kommentare können verletzend sein und geben mir das Gefühl, dass ich nicht ganz richtig im Kopf bin. Aber ich weiß, dass ich wertvoll bin. Ich fühle mich sowohl zu Männern als auch zu Frauen hingezogen und das ist völlig normal.


Ich habe aufgrund meiner Bisexualität auch positive Erfahrungen gemacht. Im Laufe der Jahre habe ich tolle Menschen kennengelernt, die mich so akzeptiert haben, wie ich bin. Ich habe auch anderen helfen können, die mit ihrer eigenen Sexualität zu kämpfen haben.


Auch wenn es manchmal schwierig ist, bin ich stolz darauf, bisexuell zu sein. Ich bin stolz darauf, Teil der LGBTQ-Gemeinschaft zu sein. Und ich bin stolz darauf, ich selbst zu sein.


Die Freiheit der Bisexualität


Als bisexuelle Frau werde ich oft gefragt, welche Vorteile ich habe, die andere Menschen nicht haben. Und obwohl es viele einzigartige Vorteile hat, bisexuell zu sein, ist eines der besten Dinge daran die Freiheit, die es bietet.


Die meisten Menschen gehen davon aus, dass bisexuell zu sein bedeutet, dass man sich gleichermaßen zu Männern und Frauen hingezogen fühlt. Aber in Wirklichkeit ist Bisexualität viel fließender als das. Ich persönlich fühle mich sowohl zu Männern als auch zu Frauen hingezogen, aber der Grad meiner Anziehung variiert je nach Person. Und ich bin offen für Beziehungen mit beiden Geschlechtern.


Diese Flexibilität ist eines der besten Dinge daran, bisexuell zu sein. Sie ermöglicht es mir, mich zu verabreden und Beziehungen einzugehen, mit wem ich will, ohne mich an gesellschaftliche Normen oder Erwartungen anpassen zu müssen. Ich kann ich selbst sein und meine Sexualität erforschen, ohne beurteilt zu werden oder Druck auszuüben.



Eine weitere großartige Sache daran, bisexuell zu sein, ist, dass es traditionelle Vorstellungen über Beziehungen und Sexualität infrage stellt. Indem ich offen für Beziehungen mit beiden Geschlechtern bin, trage ich dazu bei, Barrieren und Klischees abzubauen. Ich zeige, dass Liebe und Anziehung nicht durch das Geschlecht begrenzt sind. Und ich trage dazu bei, eine integrativere Welt für alle zu schaffen.


Meine Situation heute


Heute bin ich Anfang 30 und lebe derzeit in einer glücklichen und festen Beziehung mit einem wunderbaren Mann, der meine Sexualität versteht und akzeptiert. Außerdem habe ich eine wunderschöne und liebevolle Freundin, die lesbisch ist, und wir sind alle befreundet. Manchmal gehen wir zu dritt aus, und wenn meine Freundin sich als Lesbe auch nicht zu meinem Mann hingezogen fühlt, so schätzt sie ihn doch als guten Freund.


Ich weiß, dass nicht jeder meine Bisexualität versteht oder akzeptiert, aber ich bin glücklich und fühle mich wohl mit dem, was ich bin. Ich hoffe, dass ich anderen mit meiner Geschichte helfen kann, sie zu verstehen und zu akzeptieren. Es ist oft hilfreich, mit Gleichgesinnten sprechen zu können – daher kann ich jedem nur empfehlen, das Angebot von Plattformen wie Viamor.de für sich zu nutzen!


Autorin: Anonymes Mitglied von Viamor

In Kooperation mit Viamor.de

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